Archiv 2017


13.05.2017

„O Blau der Welt“

Unter diesem Motto, das dem Titel eines Gedichtes von Paul Celan entlehnt war, gestalteten Gabriele Rose von „Wortart -Springer Literaten & Co.“ und Leonhard Brandstetter am Samstag, den 13. Mai 2017, die Abendveranstaltung in der Alten Kapelle in Weetzen.

Eingeladen hierzu hatte der „Weetzener Verein für Denkmalpflege e.V.“, der diesen wunderschönen Veranstaltungsort seiner Heimatgemeinde mit viel Engagement erhalten hat, mit Leben erfüllt und auch weiterhin bewahrt.

Gabriele Rose (Bennigsen) hatte aus der Fülle der Gedichte von der Romantik, über Impressionismus, Expressionismus, Dadaismus, Neue Sachlichkeit, Nachkriegsliteratur bis hin zur Gegenwartslyrik Gedichte ausgewählt, die die Farbe Blau als Metapher in ihren vielfältigen Möglichkeiten verwenden, und trug sie einem konzentriert lauschenden Publikum in ihrer ruhigen, aber gleichwohl lebendigen Sprache vor, die versponnenen, träumerischen Stimmungen ebenso ihren Platz ließ wie auch eher humorvollen oder dramatisch-tragischen. Den Gedichten stellte sie eine bewusst kurz gehaltene Einführung in die Thematik voran.

Leonhard Brandstetter (Hannover), der zum wiederholten Mal zusammen mit Gabriele Rose auftrat, hatte passend zu den Gedichten Musikstücke ausgewählt, die ebenso die diversen Kunstrichtungen widerspiegelten wie auch die von den Gedichten ausgehende Stimmung einfühlsam aufnahmen und unterstützten, und die er auf seiner zehnsaitigen Gitarre meisterhaft erklingen ließ. Gedichtrezitation und musikalische Darbietung lösten einander dabei auf wohlüberlegte, anregende Art und Weise ab.

Kräftiger Applaus nach den einzelnen Beiträgen wie auch am Ende der Veranstaltung sowie manches lebhafte Gespräch in der Pause und nach Ende der Darbietungen dankte den beiden Akteuren und gab ihnen eine überzeugende Antwort auf die Frage, ob sie mit der Umsetzung ihrer Ideen richtiggelegen hatten. Ein wunderbarer Abend, den keiner, der dabei war, hätte missen mögen.

[Text + Fotos: Karlfried Rose]

12.05.2017

Lauschen mit einem Glas Wein

Literatur im Bahnhof: Karlfried Rose und Ursula Schulz-Debor trugen aus ihren Werken vor     

Ursula Schulz-Debor und Karlfried Rose tragen in der Rudolf-von-Bennigsen-Bibliothek Kurzgeschichten und Gedichte vor. Foto: SZABO

von Patricia Szabo                            BENNIGSEN. Viel Humorvolles, aber auch zum Nachdenken anregende Lyrik und Prosa brachten die beiden Autoren Karlfried Rose und Ursula Schulz-Debor von der Gruppe „Wortart – Springer Literaten“ in die Rudolf-von-Bennigsen-Bibliothek mit. Die Lesungen im Bahnhofsgebäude sind ein Teil der regelmäßigen Veranstaltungsreihe „Literatur am Bahnhof“, bei der Autoren aus der Region Hannover zu Gast sind. Rose begrüßte die rund 40 Gäste, bevor er zusammen mit Schulz-Debor unterhaltsame Kurzgeschichten und Gedichte vortrug.
Die Veranstaltung „Literatur am Bahnhof“ findet bereits seit zwölf Jahren statt und finanziert sich über Spenden. Bei den Autorenlesungen sind stets 30 bis 50 Gäste anwesend – über die Beständigkeit und gute Resonanz ist Rose sehr erfreut. Er verkündete, dass im Laufe des Jahres noch einiges auf die Literatur-Begeisterten zukommen werde, und gab einen Ausblick auf bevorstehende Lesungen: Schon am 14. Juli begrüßt der Verein die Mitglieder des AWO-Lyrik-Freundeskreises aus Hannover, die eigene Gedichte und Geschichten vortragen werden. Im September hält Gabriele Rose einen Vortrag über die Bildhauerin Silvie Lampe-von-Bennigsen.
Der Rudolf-von-Bennigsen-Förderverein pflegt und fördert das Andenken an den Politiker Rudolf von Bennigsen und hält dieses durch verschiedene Aktionen lebendig. Auch die Bücherei im ehemaligen Bahnhofsgebäude, in der regelmäßig die Leseabende stattfinden, wird vom Förderverein unterstützt. Sie ist neben der Stadtbibliothek in der Kernstadt die letzte Stadtteilbücherei.

[NDZ 17.05.2017 Seite 11]

07.05.2017

Sie lebte von der Sprache                   

Hilde Domin, das fast unbekannte Leben einer Lyrikerin: Inge Hübner spricht im Museum SPRINGE.

Nur wenige Besucher lauschten dem Museums-Vortrag von Inge Hübner über das Leben der Lyrikerin Hilde Domin.

Hübner, Mitglied in der 2015 gegründeten Gruppe „Wortart“ , hatte tief in den Archiven gestöbert und brachte Erstaunliches über die nur wenig bekannte Lyrikerin zutage. Domin, ein Schriftstellersynonym, ist eine Reminiszenz an ihr Exil, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, Santo Domingo. Am 27. Juli 1909 in Köln als Tochter wohlhabender, jüdischer Eltern geboren, genoss sie eine hervorragende schulische Ausbildung. Sie studierte in Heidelberg, Köln, Bonn und Berlin Jura und Nationalökonomie und vertiefte ihr Wissen in Wirtschaftspolitik und Volkswirtschaft. Sie besaß die Weitsicht,dass „Hitler das, was er in ‚Mein Kampf‘ geschrieben hatte, auch ausführen würde“.  Nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler ging sie mit Erwin Walter Palm nach Rom ins Exil, sie schrieben sich dort an der Universität ‚La Sapienza‘ ein.
Nachdem sich auch die italienische Regierung gegen die Juden wandte, floh das Paar in letzter Minute nach Großbritannien. Bereits 1946 begann sie zu schreiben. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland veröffentlichte sie Gedichte unter dem Pseudonym. Hübner skizzierte das Leben dieser außergewöhnlichen Lyrikerin, die in ihrem späten Leben mit über 20 Preisen und Ehrungen ausgezeichnet wurde. Domin verstarb 2006 im Alter von 96 Jahren in Heidelberg. rkr

[NDZ_Krause 09.05.2017 Seite 8; s.a. HAZ Springe 09.05.2017 Seite 1+Foto Mitte: Krause]

27.04.2017

1. Lesung der Gruppe WORTART in Cara’s Art + Weise Café

Freitagabend scheint ein guter Termin für Lesungen zu sein, zumindest in Empelde, zumindest in der entspannten Atmosphäre von Cara’s Art + Weise Café und vor allem dann, wenn sich Musik und Texte dabei zu einem interessanten Ensemble verbinden.

Inge Hübner (Empelde) und Karlfried Rose (Bennigsen) von der Gruppe „WORTART – Springer Literaten & Co.“ trugen humorvolle und nachdenkliche Kurzgeschichten und Gedichte zum Thema „Männer und Frauen – Lebensansichten“ aus eigener Werkstatt vor. Nele Zeidler (Empelde) begleitete den Wechsel der Autoren mit besinnlichen wie auch lebhaften Tönen am Klavier.
Der Beifall der Gäste nach den Beiträgen, ihr Schmunzeln und Lachen an diversen Stellen, die Gespräche nach der Lesung, durchweg lobend, die oft geäußerte Bitte, doch bald einmal wiederzukommen, all das zeigte, dass diese kurzweilige Lesung bei den über 35 Hörerinnen und Hörern gut angekommen war.  

Die Inhaberin des Cafés, Frau Cahusac, die zur Lesung eingeladen hatte, die beiden Akteure der Literatengruppe und die Pianistin des Abends durften sich über diesen Erfolg ebenso freuen wie die Gäste, die sich danach froh gelaunt und angeregt wieder auf den Heimweg machten. Somit waren alle Anwesenden voll auf ihre Kosten gekommen!

Am 31. August wird die Gruppe WORTART wieder in Cara’s Art + Weise Café zu hören sein: Harald Peter Malz stellt dann Leben und Werk des deutschen Schriftstellers, Zeichners und Malers Robert Gernhardt vor.

[Bericht: Karlfried Rose, 27.04.2017; Fotos: C. Cahusec


24.04.2017

Wortart Springer Literaten lesen im Dorf-Kultur-Erbe in Altenhagen I

Männer und Frauen - Lebensansichten

Zum dritten Mal kamen die Springer Literaten in das angenehme Ambiente des Genossenschaftsprojekts Dorfkulturerbe in den Springer Ortsteil Altenhagen I. Die Literaten hatten dieses Mal einen Abend mit selbstverfassten Texten versprochen, die sich mit den Lebensansichten von Männern und Frauen beschäftigen sollten.

Den Anfang machte Harald P. Malz, der allerdings mit einem Text anhob, der sich weder mit Männern noch mit Frauen befasste, sondern mit einem Alien aus der Mitte der Galaxis, der sich – in Menschenverkleidung – auf dem Planeten Erde aufhielt, um neue Impulse für die Musik seines Heimatplaneten Schnirr zu gewinnen und der die Sauerstoffatmosphäre, die geringe Schwerkraft und die barbarischen Ernährungsgewohnheiten der Erdbewohner in einem Überlichtbrief an seinen Freund Branz beklagt. Publikumsbewertung: „Schön spinnert!“ Der zweite Text beschäftigte sich mit typisch männlichen Verhaltensweisen, für die ausschließlich die Evolution zuständig sei, wie Malz ironischerweise behauptete. Weiter ging es mit einer Geschichte über einen älteren Herrn, der beim Anblick einer hübschen jungen Frau Kreislaufprobleme bekommt.

Karlfried Rose hielt sich mit seinen Beiträgen genauer an das immerhin selbstgewählte Thema des Abends. „Da soll einer schlau draus werden“ war der Titel seines ersten Textes, in dem er die These aufstellt, dass Männer und Frauen keine Freunde werden können, weil ihnen immer die Liebe dazwischen kommt. In seinem handwerklich vollendeten Gedicht „Ein Mensch erspart sich Lärm und Streit“ wurde das Schöne und das Schwere in der Ehe verhandelt. In „Tagträume“ ging es um die Feststellung, dass Menschen auch in höherem Lebensalter das Interesse an Erotik durchaus nicht verlieren.  

Im zweiten Teil nach der Pause, in der Snacks und gekühlte Getränke angeboten wurden, vervollständigte Malz sein Lesekonvolut mit einem Märchen, in dem eine „Wilde Frau“ eine hervorragende Rolle spielt, schilderte in „Die Sucherin“ dann das tragische Schicksal einer Tiermedizin-Studentin und in „Cosi fan tutte“ erzählte er vom Besuch des personifizierten Todes in einer Seniorenresidenz. Versöhnlich wurde es in einem Gedicht mit dem Titel „Die Brautschuhe“. Das Publikum leistete Erstaunliches; es folgte den fantasievollen Volten des Autors willig und amüsierte sich.

Rose zog in „Keine Rose ohne Dornen“ das Resümee, frei nach dem Motto von Stephen Stills: „Love the one you’re with“. Der Ich-Erzähler stellt bei der Beobachtung einer Alltagsszene fest, dass er es in seiner Ehe doch gut getroffen habe. Es folgte eine vergnügliche Geschichte, in der sich herausstellt, dass sich ein Ehepaar mit dem jeweilig anderen Ehepartner betrügt. Den Abschluss bildete bei Rose ein Gedicht über einen älteren Herrn, der für eine junge Frau entbrennt, sich aber, nachdem er in den Spiegel geschaut hat, zügelt und vornehm zurücknimmt. „Wir hingen an Ihren Lippen“, rief eine begeisterte Zuschauerin in den Schlussapplaus, und man ließ die Wortart-Autoren erst ziehen, nachdem sie versprochen hatten, wieder zu kommen. Der nächste Termin von Wortart Springer Literaten ist der 07.05.2017, 11.00, Museum Springe. Es handelt sich um einen Vortrag von Inge Hübner über die Lyrikerin Hilde Domin.

[Original-Text: Harald Peter Malz; Foto: Gabriele Rose]

 [Dorf-Kultur-Erbe Altenhagen I Infopost Ausgabe 139 vom 11. Mai 2017]

21.04.2017

Freche Stoffe im Wietersschen Haus

Springer Autoren Harald Peter Malz und Karlfried Rose lesen eigene Texte vor

Von Torsten Lippelt

Pattensen. Einen unterhaltsamen Abend erlebten rund 20 Freunde des gepflegt formulierten Wortes am Freitag im Wietersschen Haus in der Steinstraße. Geschäftsinhaberin Angela Kapfer hatte die Springer Autoren Harald Peter Malz und Karlfried Rose zur Lesung eigener Texte eingeladen.

Unter dem Titel „Freche Stoffe – starke Stücke“ unterhielten die beiden Mitglieder der Ende 2015 gegründeten Springer Literatengruppe Wortart dabei mit feinsinnigen Geschichten und Gedichten. In gekonnten Reimen ließ Karlfried Rose zwischendurch humorig aufklingen, warum er sich als Literat und nicht als Dichter sieht: Er arbeite ja nicht wie ein Handwerker mit Kitt oder Fasern, sondern mit Worten.

Das Spektrum seines Könnens unterstrich er eindrucksvoll, indem er nach den Versen eine Anekdote über Arztbesuche und ihre – vor allem für den älteren Teil der Menschheit – immense Bedeutung angesichts des dort ausgetauschten Dorfklatsches und Tratsches erzählte. Still wurde es dann bei einer ernsten Geschichte um die Kündigung, die ein Chef für seinen bei ihm angestellten Freund ausspricht – und von der er vorher bereits als Henker einer mittelalterlichen Hinrichtung geträumt hat.

Harald Peter Malz zeichnete sich in seinen Geschichten mit hintergründigem Humor dadurch aus, das er aus einem einzelnen Wort oder einer kleinen Beobachtung seine Textideen erschließt. So wird aus der – verkrampft leisen – Suche einer Opernbesucherin nach einem Hustenbonbon gegen den Juckreiz im Hals ein eigenes kleines Klangpotpourri, vom Klacken des Verschlusses ihrer Handtasche über das Klimpern der versehentlich berührten Autoschlüssel bis hin zum Knistern der Tüte und der Verpackung beim Aufreißen während des zarten Flötensolos.

„Meine Frau Gabi hatte auf einer Radtour das Wieterssche Haus mit seinen Angeboten entdeckt. Da bin ich dann selbst vor zwei Monaten hin und habe gefragt, ob wir hier nicht auch mal lesen dürfen“, erläuterte Karlfried Rose, wie der Kontakt mit Angela Kapfer zustande gekommen war, die dort das Geschäft Kunst & Genuss betreibt.

[Fotos: Gabriele Rose (5)]

[HAZ Hemmingen/Pattensen 24.04.2017 Seite 2]


20.04.2017

Autoren lesen „Freche Stoffe – Starke Stücke"

Harald Peter Malz und Karlfried Rose von WORTART tragen am 21. April im Wietersschen Haus in Pattensen einige ihrer selbst geschriebenen Texte vor

Ankündigung VON STEPHANIE ZERM

Pattensen. Die Springer Autoren Harald Peter Malz und Karlfried Rose sind am Freitag, 21. April, zu einer Lesung im Wietersschen Haus zu Gast. Unter dem Titel „Freche Stoffe – Starke Stücke“ tragen die Literaten ab 19 Uhr ihre selbst geschriebenen Texte vor.

Das Wietersche Haus in Pattensen haben die Autoren Harald Peter Malz und Karlfried Rose für ihre Lesung gewählt. Fotos: privat

Im ältesten Haus Pattensens können Besucher morgen Abend amüsante und geistreiche Geschichten und Gedichte hören.

Autor Harald Peter Malz gilt als Begründer der Neuen Heimatliteratur. Seine Geschichten spielen häufig in der näheren Umgebung. Malz schreibt Lyrik, Satire und magische Geschichten, die am besten wirken, wenn er sie selbst vorträgt: pointiert und wenn es sein muss auch komödiantisch. Seine Prosa kreist um Fiktion und Abbild, Märchenhaftes und Alltägliches. Textideen entstehen aus einem einzelnen Wort, einer Beobachtung, einem Traum oder einer Assoziation. Mit seinem hintergründigen Humor stellt Malz literarische Texte über wenig erschlossene Realitätsschichten vor, die das Andere und gleichzeitig das Nahe zum Gegenstand haben.

Karlfried Rose liegen vor allem Glossen, Betrachtungen sowie märchenhafte oder geheimnisvolle Erzählungen am Herzen. Mit hoher Sensibilität schreibt er über das Unstete und die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz. Dabei durchzieht seine Werke häufig ein melancholischer Grundton. Roses Texte können als Anregung verstanden werden, uns unserer eigenen schwankenden Existenz bewusst zu werden.

Harald Peter Malz und Karlfried Rose sind Mitglied des Autorenkreises WORTART – Springer Literaten & Co.. Die Lesung beginnt um 19 Uhr bei Kunst & Genuss an der Steinstraße 8 in Pattensen-Mitte. Der Eintritt zu der Autorenlesung ist kostenlos.

[HAZ Hemmingen/Pattensen 20.04.2017 Seite 9; Foto: privat]

20.04.2017

Bei Käthe und Martin Luther zu Hause

mit Gabriele Rose und Leonhard Brandstetter

Bevor wir uns auf die Reise in die Vergangenheit zur Familie Luther begeben konnten, mussten noch Tische und Stühle gerückt werden, um für die vielen interessierten Zuhörer Platz zu schaffen. Nachdem alle 60 Gäste Platz gefunden hatten und mit Getränken versorgt worden waren, begrüßten wir, dass Petrus Miteinander Team, die anwesenden Gäste und vor allem Frau Gabriele Rose von den WORTART Springer Literaten & Co. sowie Herrn Leonhard Brandstetter, der die musikalische Gestaltung des Abends übernahm, aufs Herzlichste.

Mit einem Musikstück des Renaissance Komponisten Luis Milán begann Leonhard Brandstetter diesen Abend, und es wurde still im Gemeindesaal. Dann trat Frau Gabriele Rose ans Pult, und mit den Worten:

„Bist du sicher Martinus?“ * nahm sie uns mit in die Zeit der Familie Luther, in das Alltagsgeschehen dieser Familie. Das Zusammenleben mit dem Reformator gestaltete sich nicht immer leicht, aber seine Frau Katharina unterstützte ihn nach Kräften und entwickelte sich zur eigenständigen Unternehmerin mit vielfältigen Aufgaben. Der Spruch - Hinter jedem starken Mann steht eine noch stärkere Frau – war damals schon zutreffend. Käthe war eine facettenreiche Frau, eine starke, fleißige Persönlichkeit, mit viel Geschäftssinn, zuständig für einen großen Haushalt und die Kindererziehung und die medizinische Versorgung der Familie.

Einfühlsam und professionell verstand es Gabriele Rose mit vielen interessanten Begebenheiten, Eindrücken und Gefühlen uns die damalige Zeit nahezubringen und erhielt viel Beifall.

Zwischen den Lesungen brachte Leonhard Brandstetter Musik von Luis Milán und John Dowland zu Gehör und faszinierte die Besucher mit seinem brillanten Gitarrenspiel und wurde immer wieder reichlich mit Applaus belohnt.

Vor der Pause wurde gemeinsam das von Martin Luther 1523 getextete und komponierte Lied „Nun freut euch lieben Christen g´mein“ angestimmt, und nach den Lesungen sangen wir gemeinsam „Verleih uns Frieden“ (Martin Luther 1529).

Eine unterhaltsame und informative Veranstaltung neigte sich dem Ende zu, und wir bedankten uns ganz herzlich für diesen besonderen Abend bei Gabriele Rose für ihren Vortrag, bei Leonhard Brandstetter für die musikalische Begleitung und bei Herrn Karlfried Rose für den guten Ton.

Mit einer Andacht von Michael Rehren und dem gemeinsamen „Vater unser“ ließen wir diesen Abend ausklingen. Bei unserem traditionellen Schlusslied „Kein schöner Land“ nahm Herr Brandstetter nochmals die Gitarre zur Hand um uns musikalisch zu begleiten.

* Christine Brückner: Wenn du geredet hättest Desdemona – Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen
[Text + Fotos: Hildegard Schön]

24.03.2017

Harald Peter Malz: Ein literarischer Abend rund um Wilhelm Busch

Bei einem solchen Abend darf natürlich auch "Max und Moritz" nicht fehlen, das Werk, das Buschs Ruhm als Zeichner und Dichter von Bildgeschichten in Deutschland und der Welt begründete. Mit dem Ruhm war aber auch das Handikap verbunden, dass die Welt ihn ausschließlich als bissig-humorvollen Cartoonisten definierte und die anderen Begabungen, die ihm mindestens genauso wichtig waren, übersahen bzw. nicht zur Kenntnis nehmen wollte.

So begann auch dieser Busch-Abend vor den rund 30 Zuhörerinnen und Zuhörern, die zur Veranstaltung der Ortsgruppe Gestorf des Heimatbundes Niedersachsen ins „Weiße Ross“ in Gestorf gekommen waren, mit „Max und Moritz“. Harald Peter Malz trug die allseits bekannten Verse gutgelaunt-humorig vor, nicht ohne die Anwesenden gleich zu Beginn zu ersuchen: “Bitte nicht mitsprechen, wenn’s auch noch so drängt!“.   

Wenn danach das Schaffen Buschs als Maler eher kleinformatiger Ölbilder auch nur kurz gestreift wurde, eröffnete Malz seinen Hörern die breite Palette des literarischen Schaffens des Meisters. Neben autobiografischer Prosa z.B. über seine Studienzeit in Hannover, der Münchhausiade „Die Bärenjagd“, der Erzählung „Der Schmetterling“ u.a.m. gehören dazu auch etliche nachdenklich-feinsinnige Gedichte aus seinen späteren Lebensjahren, die Busch eigentlich viel mehr am Herzen lagen als die zum Teil derb-spaßig-boshaften Bildgeschichten, die ihm den finanziellen Erfolg brachten. Diese oft stillen und tiefgründigen Gedichte stießen seinerzeit auf viel Ablehnung und Unverständnis, entsprachen nicht den Erwartungen der Menschen damals und sind auch vielen von uns heute Lebenden kaum bekannt. H. P. Malz wollte mit seinem gekonnten Vortrag, der auf begeisterte Zustimmung der Anwesenden stieß, diese heute eher unbekannten Seiten Buschs ins Gedächtnis zurückrufen und anregen, wieder einmal in Wilhelm Buschs Werken, die in vielen Familien als Hausbuch o.ä. zu finden sind, zu blättern und zu lesen.  

Bevor Malz von seinen Zuhörerinnen und Zuhörern für den interessanten und unterhaltsamen Abend mit einem kräftigen Applaus belohnt wurde, machte er noch einmal die Probe aufs Exempel, welche bekannten Buschverse und Zitate durch Zuruf ergänzt werden konnten. Er durfte feststellen, dass kaum eines unvollendet blieb:

„Es ist ein Brauch von alters her:“   ???   „Wer Sorgen hat, hat auch Likör!“.

[Karlfried Rose]

08.03.2017

Luthers Kindheit und Jugend

Bereits 2012 hatte Gabriele Rose bei der „Lüderser Serenade“ in Springe-Lüdersen über das Familienleben des Reformators Martin Luther referiert. „Zuhause bei Käthe und Martin Luther“ hieß die von Renaissance-Musik begleitete Veranstaltung, die von einem zahlreichen Publikum begeistert aufgenommen worden war.

Anlässlich des Lutherjahres 2017 hatte sie auf Bitten der Immanuel-Gemeinde Laatzen einen Vortrag zum Thema “Martin Luther – Eine Kindheit und Jugend am Ausgang des Mittelalters“ erarbeitet und in Form eines durch eine Powerpoint-Präsentation unterstützten Vortrages bereits 2016 dort gehalten. Überarbeitet und mit zusätzlichen Bildinformationen ergänzt, präsentierte sie ihn nun vor 50 Interessierten im Gemeindesaal ihrer Kirchengemeinde St. Martin Bennigsen. Es gelang ihr, ein anschauliches Bild der Lebensumstände der Menschen jener Zeit und insbesondere der Familie Luder, wie sie damals noch hieß, zu zeichnen und den Umstand ein wenig auszugleichen, dass wir immer noch wenig Informationen über Martin Luthers Kindheit und Jugend besitzen.

Kantorei und Männerprojektchor umrahmten den Vortrag zur Freude der Anwesenden mit Lutherchorälen. Sowohl der Vortrag von Gabriele Rose wie auch die Choräle wurden von Zuhörerinnen und Zuhörer mit freudigem Beifall bedacht. [Karlfried Rose]

19.02.2017

‚Wort trifft Sport‘ im Aktiv Gesundheitszentrum Springe

Ob das nun besonders gut für die schlanke Linie war? Pünktlich zur Kaffeezeit fand die Lesung der beiden Springer Literaten von der Gruppe „Wortart“ in den Räumlichkeiten des Aktiv-Gesundheitszentrum Springe statt, und der Inhaber des Zentrums, Herr Klünder, der zur Lesung eingeladen hatte, konnte über vierzig Mitglieder bzw. Kunden seines Fitnesszentrums begrüßen und lud sie überdies auch zu Kaffee und Kuchen ein.

Nach kurzer Begrüßung der Gäste und der beiden Autoren, Harald Peter Malz und Karlfried Rose, musste er sich wieder um seine Kunden kümmern, die auch am Sonntagnachmittag viele Schweißperlen für eine ansehnliche Figur oder die Gesundheit opfern wollten.

Wie in der Werbung angekündigt, war ‚gute Laune garantiert‘, da ‚Lachen die beste Medizin‘ sei, und die beiden Vortragenden taten alles, um dieses Versprechen einzulösen. Und es glückte ihnen auch, wie die zahlreichen Lacher während der Beiträge, aber auch der herzliche Applaus nach den Lesungen deutlich bewiesen.

Karlfried Rose untersuchte zu Beginn in seiner Glosse „Wie geht es Ihnen?“ die Ernsthaftigkeit dieser inflationär gebrauchten Sozialfloskel und schloss daran vier Geschichten an, die überwiegend in der Mann-Frau-Beziehung spielten. Sie kamen zwar auch humorvoll daher, entlockten den Hörern aber eher ein Schmunzeln oder verhaltenes Lachen. Harald Peter Malz, selbst Kunde des Aktivzentrums, konnte ins Volle greifen und über seine reichen Erfahrungen in einem Fitnesscenter zwergfellerschütternd plaudern. In der zweiten Hälfte, nach der Pause, ließ er seine Zuhörer dann an den Produkten seiner lebhaften Fantasie teilhaben, sei es als unfreiwilliger Gastgeber für getürmte Zootiere, die bei ihm Asyl suchten, sei es als verwegener Pilot eines fliegenden Klaviers, dabei aber immer mit einem fröhlichen Augenzwinkern.

Die beiden Autoren von „Wortart – Springer Literaten & Co.“ danken Herrn Klünder auf diesem Wege nochmals ganz herzlich dafür, dass er nicht nur die Räumlichkeit für die Lesung zu Verfügung stellte, sondern auch mit vollem Einsatz für die Veranstaltung geworben hatte und zudem seine Gäste großzügig bewirtete.  

 (Karlfried Rose)

17.02.2017

Inge Hübner liest über Annette von Droste-Hülshoff

In der Reihe „Literatur im Bahnhof“ in der RvB-Bibliothek Bennigsen berichtete Inge Hübner am 17.02.2017 über das Leben der Annette von Droste-Hülshoff, der deutschen Dichterin, Schriftstellerin und Komponistin, deren Bildnis vielen noch vom hellgrünen 20-DM-Schein in guter Erinnerung ist.

Frau Hübner von der Gruppe „Wortart“ legte den Schwerpunkt ihres Vortrages auf das lyrische Schaffen der Künstlerin und brachte dabei zahlreiche Beispiele ihres reichen Schaffens passend zu den jeweiligen Lebensabschnitten der Dichterin zu Gehör, wie z.B. die Ballade „Der Knabe im Moor“.

Besonders beeindruckt zeigten sich die rund 30 Zuhörerinnen und Zuhörer von den gesellschaftlichen Zwängen, denen sie als Angehörige des westfälischen Adels, als ledige Tochter, die stets für ihre umfangreiche Familie und Verwandtschaft in die Pflicht genommen wurde, durch die Moralvorstellungen und Forderungen der katholischen Kirche und die Wertevorstellungen jener Zeit ausgesetzt war. Ihre künstlerischen Begabungen wurden zwar von der Familie gesehen und auch gefördert, dennoch durfte sie als Frau nie mit  ihrem vollen Namen als Autorin oder Komponistin in Erscheinung treten.

Als hoch empfindsame Frau litt sie zutiefst unter persönlichen Kränkungen oder auch enttäuschter Liebe, die sie selbst nach vielen Jahren nicht zu überwinden vermochte. Dazu kam eine schwache Konstitution mit vielen körperlichen Leiden, die ihr Leben auf gerade einmal 51 Jahre begrenzte. Erst 30 Jahre nach ihrem Tode wurden ihre Werke durch die Herausgabe des Gesamtwerkes auch einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland bekannt und im Deutschunterricht der Schulen gewürdigt, wie z.B. durch ihre Novelle „Die Judenbuche“, die auf einer wahren Begebenheit beruht.

Herzlicher Applaus am Ende des Vortrages und ebenso weitergehende Fragen an Frau Hübner zur Person und zum Schicksal der Annette von Droste-Hülshoff zeugten davon, wie sehr die Anwesenden von dem Gehörten berührt worden waren. Karlfried Rose, stellvertretender Vorsitzender des RvB-Fördervereins, bedankte sich bei Frau Hübner mit einem bunten Blumenstrauß und wies danach auf die kommenden Veranstaltungen in der RvB-Bibliothek hin: Am 12. Mai 2017 folgt eine Autorenlesung mit Ursula Schulz-Debor und Karlfried Rose von „Wortart – Springer Literaten und Co.“. Sie werden hierbei eigene Geschichten und Gedichte vortragen.

Immer wieder freitags, immer wieder um 19.30 Uhr und immer wieder bei einem gut gekühlten, trockenen Weißwein.

[Karlfried Rose]

06.02.2017

Kulturzentrum Tönebön am Klüth

Gabriele Rose berichtet über Kindheit und Jugend Martin Luthers

Im Café-Restaurant „Im Breckehof“ der Julius-Tönebön-Stiftung in Hameln referierte Gabriele Rose von „Wortart – Springer Literaten & Co.“ über die Zeit im Leben des Reformators Martin Luthers, über die bisher recht wenig bekannt war.

Die Information, er sei armer Leute Kind gewesen, wie sie von Luther selbst überliefert ist, ist durch die Nachforschungen und Grabungen an relevanten Orten in jüngster Vergangenheit zum Teil wiederlegt, zumindest aber relativiert worden.

In ihrem Vortrag beleuchtete Gabriele Rose die verschiedenen Ebenen der Umgebung, in der Luther aufgewachsen war, um das wenige, was wir über Martin Luther selbst aus dieser Zeit wissen, richtig einordnen zu können. Ausgehend von dem sich am Ende des Mittelalters verändernden Weltbild und den Entdeckungen und Erfindungen dieser Zeit fragte sie danach, wie sich diese Entwicklungen auf die wirtschaftliche Lage in Sachsen und insbesondere auf die Familie Luder auswirkten. Aus welchen gesellschaftlichen Schichten bzw. Verhältnissen stammten Vater und Mutter und wie veränderten sich diese? Wie sah das Alltagsleben der Menschen dieser Zeit, und hier vor allem bei Familie Hans Luder und später bei der Familie Martin Luthers aus? Und danach berichtete die Referentin, was aus den überkommenen Quellen über die Kindheit, Schul- und Studienjahre Luthers bekannt ist.

Die über vierzig Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten aufmerksam die nicht immer nur unterhaltsamen Ausführungen von Frau Rose und spendeten am Ende reichhaltigen Applaus. Auch für manches interessante Gespräch fand sich danach noch Zeit und Gelegenheit. Möglicherweise war dies nicht das letzte Gastspiel von WORTART - Springer Literaten & Co. an der Weser.

05.02.2017

Mystisch mag’s der Malz und lyrisch liebt’s der Rose

von Horst Voigtmann

Springer Literaten tragen Lyrik und Prosa im Pavillon des Hermannshofs vor

VÖLKSEN.      Mystisch mag’s der Malz und lyrisch liebt’s der Rose. So könnte man zusammenfassend die Lesung der beiden Springer Literaten beschreiben, die im Pavillon des Hermannshofs Texte zum Besten gaben.
Harald Peter Malz hatte viel Freude daran, die erwachsenen Zuhörer auf unterhaltsame Art und Weise in die märchenhafte Welt von Feen, Gnomen und guten Geistern zu führen. Allerdings blieb er nicht in der vermeintlich heilen Welt von vorgestern stecken, denn in seinem ersten Text ging es immerhin um das erste Auto des Icherzählers, das sich unerreichbar in einer Baumkrone befindet. Ein guter Geist, der dem Autobesitzer in Pferdegestalt begegnet, verspricht, drei Wünsche zu erfüllen, von denen zwei in der Erzählung Wirklichkeit werden.Das verblüffende Ende, das offensichtlich dem Autor wichtiger ist, als die Nähe zum deutschen Märchen, ist die Information, dass der Icherzähler den dritten Wunsch [...] sich noch aufheben will und dem Geist, mit dem kernigen Namen Zumurut, per E-Mail mitteilen werde. Das eigentliche Ende ist allerdings die Feststellung, dass noch gestritten werde, ob diese Geschichte so geschehen sei oder nicht.

Karlfried Rose, den man auch schon als Autor kurzer Kriminalgeschichten kennt, zeigte sich im Hermannshof von einer ganz anderen Seite. Mit sehr nachdenklichen lyrischen Texten mit Tiefgang stellte er ein Gegengewicht zu den heiteren, spitzbübischen Geschichten [von] Malz dar. In Gedichtform setzt er sich mit der Zeit auseinander und benutzt zum Beispiel den Schweifreim. Die gut einstündige Lesung der beiden hatte ein sehr aufmerksames Publikum, das sich durch kräftigen Applaus bei den Vortragen- den bedankte.

[Text und Fotos: Horst Voigtmann, Neue Deister-Zeitung 0.02.2017 Seite 9]

Foto: Dietrich zu Klampen


Foto: G. Rose


Foto: G. Rose


 29.01.2017

Er nannte sie Muschelkalk

von Horst Voigtmann

Gabriele Rose gibt im Museum Einblicke in das Schaffen des Hans Gustav Bötticher alias Joachim Ringelnatz

SPRINGE. Über einen vielseitigen Künstler der jüngeren deutschen Vergangenheit konnten die Besucher des Museums jetzt einiges erfahren: Der Poet, Kabarettist und Maler Joachim Ringelnatz war Thema der Vortragsreihe Sonntags um Elf im Museum.

Ringelnatz, der vor allem für humoristische Gedichte um die Kuttel Daddeldu bekannt ist, war zur Zeit der Weimarer Republik populär. Schauspieler wie Asta Nielsen und Paul Wegener zählten zu seinen Weggefährten.

Ringelnatz wurde am 7. August 1883 in Wurzen als Hans Gustav Bötticher geboren. Als Schüler, so erfuhren die Gäste des Vortrags, wurde von seinem Lehrer zeitweise wegen „heilloser Unbegabtheit“ vom Zeichnen ausgeschlossen.

Ringelnatz führte ein unstetes Leben, fuhr anfangs zur See, jobbte hier und da, versuchte es auch bei der Marine und er liebte es, zu feiern.

Ein entscheidendes Ereignis war 1909 der Beginn seiner Auftritte in der Münchner Künstlerkneipe Simplicissimus. Dort wurde er bald zum Hausdichter und Angestellten der Wirtin Kathi Kobus und Kollege der dort auftretenden Künstler. Unter ihnen bekannte Namen wie Frank Wedekind, Ludwig Thoma und Max Reinhardt. Die Auftritte waren allerdings schlecht bezahlt.

Joachim-Ringelnatz-Museum Cuxhaven - Die Erstellung des Vortrages erfolgte mit freundlicher Unterstützung der Joachim-Ringelnatz-Stiftung Cuxhaven.

Direkt zu Kriegsbeginn meldete Ringelnatz sich freiwillig zur Marine, die er als Reserveoffizier verließ. 1920 heiratete er die deutlich jüngere Lehrerin Leonharda Pieper, die er liebevoll Muschelkalk nannte.

1923 hatte Ringelnatz mit seinen Bildern eine erste erfolgreiche Auktion, der weitere Ausstellungen im In- und Ausland folgten. 1925 wurden die Bilder des Autodidakten auf der Ausstellung der Akademie der Künste ausgestellt, wobei zwei Gemälde verkauft wurden. Reich ist er aber durch seine Malerei nicht geworden.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten brachten für Ringelnatz Auftrittsverbote in Hamburg und München mit sich. Ringelnatz und seine Frau verarmten, weil die Bühnenauftritte die Haupteinnahmequellen des Paares waren. 1934 verstarb er an Tuberkulose.

Gabriele Rose verband in ihrem Vortrag über den Maler und Dichter Ringelnatz die mit einem Beamer projizierten Motive seiner Bilder mit thematisch verwandten Texten auf unterhaltsame Art und Weise.

Museumschefin Heidi Dopheide sprach dabei aus, was viele der Besucher dachten: Gabriele Rose ist als Referentin jederzeit willkommen.

[Neue Deister-Zeitung 31.01.2017 Seite 8 und Hannoversche Allgemeine Zeitung - Springe 31.01.2017 Seite 2]

21.01.2017

Frauenfrühstück in der Johanneskirchenchengemeinde Empelde

Eine fröhliche Frauenrunde hatte sich am Samstag im Gemeindezentrum der Johanneskirche eingefunden. Man ließ sich das leckere Frühstück schmecken und war dann gerüstet für den angekündigten Vortrag.

Inge Hübner, Autorin von WORTART – Springer Literaten & Co., stellte diesmal keine eigenen Texte vor, sondern präsentierte eine Auswahl aus dem lyrischen Werk von Hilde Domin.

Hilde Domin, geboren als Hilde Löwenstein und verheiratete Hilde Palm, begann erst 1946 überhaupt zu schreiben in einer für die Dichterin schwierigen Zeit. 1932 hatte sie mit ihrem späteren Mann, Erwin Walter Palm, Deutschland verlassen. Später flüchteten sie, beide Juden, über Großbritannien in die Dominikanische Republik. Dort überlebten sie, aber lange in äußerster Armut. Seelischer Vereinsamung und Entfremdung von Ihrem Mann setzte sie schließlich ihr Schreiben entgegen und rettete sich so vor dem Selbstmord.

Der Rückkehr 1954 nach Deutschland folgten noch 52 Jahre reger schriftstellerischer Tätigkeit, fortan unter dem Namen „Hilde Domin“ in Erinnerung an ihr letztes Exil.

Inge Hübner hatte sorgsam Texte über und von Hilde Domin ausgewählt und zusammengestellt. Besonders  einfühlsam trug sie verschiedene Gedichte der Lyrikerin vor und zitierte aus ihren Briefen, sodass die Hörerinnen einen kleinen Einblick in die Zeit wie auch die persönlichen Erfahrungen von Hilde Domin gewannen.

Beispielhaft ist das Gedicht „Ein blauer Tag“ , das Hilde Domin auch in Erinnerung an den Tag geschrieben hatte, als sie in England am 3. September 1939 im Radio  die Kriegserklärung Großbritanniens an Deutschland gehört hatte (Zitiert nach: Blaue Gedichte S. 42, herausgegeben von Gabriele Sander, 2001, 2012 Philipp Reclam jun. Stuttgart):

Ein blauer Tag

Ein blauer Tag
Nichts Böses kann dir kommen
an einem blauen Tag.
Ein blauer Tag
die Kriegserklärung.
Die Blumen öffneten ihr Nein,
die Vögel sangen Nein,
ein König weinte.
Niemand konnte es glauben.
Ein blauer Tag
und doch war Krieg.

Gestorben wird auch an blauen Tagen,
bei jedem Wetter.
Auch an blauen Tagen wirst du verlassen
und verläßt du,
begnadigst nicht
und wirst nicht begnadigt.
Auch an blauen Tagen
wird nichts zurückgenommen.
Niemand kann es glauben:
Auch an blauen Tagen
bricht das Herz.