Archiv 2018

15.04.2018

„Märchenhaft“ – WORTART Springer Literaten lesen im Museum Springe

Unter der Überschrift „Märchenhaft“ hatte das Museum in seiner Reihe „Sonntags um 11“ am 15.04.2018 zwei Mitglieder der Springer Gruppe WORTART zu Gast. Das neue Mitglied Dagmar Wieland richtet in ihren Märchen den Fokus ganz auf eine klassische Erzählweise und verwendet Motive wie Frösche, die geküsst werden müssen, oder Köche, die über Zauberkräfte verfügen, um dem König schmackhafte Suppen kochen zu können, die wir zum Beispiel aus Grimms Märchen kennen. Während klassische Märchen häufig sehr kurz sind, weitet Wieland ihre Geschichten auf und lässt die Protagonisten verschiedene Prüfungen überstehen. Und das auf sehr unterhaltsame Weise, denn die Zuhörer waren häufig mucksmäuschenstill, um sich ja kein Detail entgehen zu lassen.

Harald Peter Malz hingegen nutzt in seinen Geschichten, die nichts mit „Es war einmal…“ zu tun haben, magische und skurrile Elemente, die erheitern und staunen lassen. Zudem spielen die Storys in der Jetztzeit, nur dass ein Manager zeitweilig einen Heiligenschein hat, ein kleiner Wassermann urplötzlich in der Regentonne des Autors landet, oder der Ich-Erzähler über ein Tasteninstrument, einen ausgewachsenen Flügel, verfügt,  mit dem er münchhausisch einen Nachtflug unternimmt und von der Bundesluftwaffe ausgebremst wird.

Auf jeden Fall sind beide Autoren dem Motto „Märchenhaft“ auf sehr unterschiedliche Weise gerecht geworden, was sich auch am aufmerksamen Zuhören und dem herzlichen Applaus ablesen ließ.

[Text: Harald Peter Malz]

09.04.2018

Lesung von WORTART in Hameln 

Im vergangenen Jahr hatte Gabriele Rose im Kulturzentrum Tönebön am Klüt über die Kindheit und Jugend Martin Luthers einen mit sehr großem Interesse aufgenommenen Bildvortrag gehalten, in diesem Jahr wünschten sich die Seniorinnen und Senioren eigene Kurzgeschichten der Autoren unter der Überschrift „Märchenhaft“. Harald Peter Malz und Karlfried Rose brachten ihren gespannt lauschenden Zuhörerinnen und Zuhörern Texte ganz unterschiedlicher Färbung mit, Rose besinnlich-nachdenkliche Märchen in der Tradition deutscher Märchenerzähler, Malz dagegen auch in der Jetztzeit spielende humorvoll-fantastische Geschichten, die eher amüsiert-fröhliche Reaktionen hervorriefen. Lebhafter Applaus und der mehrfach geäußerte Wunsch, dass die Autoren doch bald einmal wiederkommen mögen, dankten den beiden Vortragenden.

Anschließend bat sie Herr Lindner von „radio aktiv Hameln“ um ein paar erläuternde Worte zur Gruppe WORTART und dazu, wie sie beide selbst zum Schreiben gekommen seien. Der Beitrag, der am folgenden Sonntag, dem 15.04.2018, im Seniorenradio zu hören war, kann hier auch von Ihnen abgehört werden.

[Text + Foto: Karlfried Rose]

05.04.2018

„Lebenswege“ – Lesung eigener Texte in Cara’s Art + Weise Café (Empelde)

„Klein – aber fein!“ oder „Die Besten waren da!“ sind versucht-humorvolle Umschreibungen von Veranstaltungen, die – um es brutalstmöglich auszudrücken – schwach besucht waren.

Es gibt immer Gründe, die man finden kann, wenn man sucht, warum auch dieses Mal der Besucherstrom eher einem tröpfelndes Rinnsal glich. Also lassen wir das! Auch die dritte Lesung aus den Reihen von WORTART in Cara’s Café war, trotz vermehrten Werbeeinsatzes, leider nur mäßig besucht. Harald Peter Malz und Karlfried Rose trösteten sich damit, dass die, die anwesend waren, von ihren Geschichten sichtlich und hörbar begeistert waren und die beiden schlussendlich baten wiederzukommen. Das nächste Mal, an einem Herbst- oder Wintertag, werden Autorinnen und Autoren der Gruppe WORTART eigene Märchen zu Gehör und zu Gemüt bringen! Also nicht etwa „Rotkäppchen und der Wolf“ oder „Rapunzel“, sondern selbsterdachte und ersponnene Märchen!

Harald Peter Malz und Karlfried Rose lasen Geschichten zum Thema „Lebenswege“, bunt und vielfältig, froh und traurig, überschäumend und nachdenklich-träumerisch, erheiternd und erschütternd, einfach so wie im wirklichen Leben. Wobei die Frage, was davon das Leben geschrieben hat und was der Fantasie des Schreibenden entsprungen ist, unbeantwortet blieb. Immer enthalten die Texte wie ein Mosaik auch Splitter des eigenen Erlebens und Erleidens, vermischt mit fremden Schicksalen und Fantasien, woher sie auch immer kommen mögen. Doch wo die Grenzen liegen und wie groß oder klein die eigenen Anteile sein mögen, weiß auch der Autor meist nicht klar zu sagen, wenn er es denn versuchen wollte.

Alles in allem waren die Autoren mit der Aufnahme ihrer Geschichten, also mit der Aufmerksamkeit der Zuhörer und dem Echo auf unsere Geschichten sehr zufrieden und machten sich heiter gestimmt auf den Heimweg.

[Karlfried Rose]

25.02.2018

Wort trifft Sport - Literatur in Bewegung

Unter diesem Motto trafen sich zum zweiten Mal Harald Peter Malz und Karlfried Rose mit zahlreichen Gästen in den Räumen des Aktiv Gesundheitszentrum Springe, wo die Zuhörer einen heiteren und nach der einen oder anderen Sporteinheit geruhsamen Nachmittag mit den Lesungen der beiden Autoren verbrachten.

                                      [Fotos: Gabriele Rose]

18.02.2018

Die Prosa von Joachim Ringelnatz

war das Thema der Lesung von Gabriele Rose aus der Gruppe „WORTART – Springer Literaten & Co.“ am Sonntag in der Reihe „Vorträge sonntags um elf“ im Museum auf dem Burghof in Springe.

Nachdem sie dort bereits den als Hans Georg Bötticher geborenen ehemaligen Seemann als Lyriker und Maler vorgestellt hatte, war aus dem Publikum der Wunsch gekommen, sie möge auch Beispiele seiner kaum bekannten Prosa vortragen. Die vormittägliche Veranstaltung war gut besucht mit über 25 Zuhörerinnen und Zuhörern, die Roses Vortrag aufmerksam und zum Teil amüsiert, aber andererseits auch betroffen lauschten. Neben skurrilen und versponnenen Kurzgeschichten, die man ohne Bedenken den bekannten und beliebten Versen von Ringelnatz zuordnen kann, lernten die Anwesenden auch den scharfen Beobachter einer beklemmenden Wirklichkeit in Berlin nach dem 1. Weltkrieg kennen, eine Zeit, die gerne als die „Goldenen Zwanziger Jahre“ bezeichnet wird, die aber ebenso durch wirtschaftliche Not und soziale Verwerfungen gekennzeichnet war und zu politischer Radikalisierung führte.

Herzlicher Beifall dankte der Referentin für ihren aufschlussreichen Vortrag und für die wie immer unaufgeregte und pointierte Rezitation der Texte von Joachim Ringelnatz.

[Text+Fotos: Karlfried Rose]

04.02.2018

Liebeslyrik, Tod und Kunstfleisch

Die beiden heimischen Literaten Karlfried Rose und Harald Peter Malz lesen auf dem Hermannshof

Schreibt mit einer gehörigen Portion wohldosierten, unterschwelligen Hummor: Harald Malz.

VÖLKSEN. Die schwache Wintersonne versinkt hinterm Deister, der Kaminofen bollert vor sich hin, das Licht schwindet. Genau die richige Atmosphäre für eine Lesung. Zum Jahresaufakt stand auf dem Hermannshof traditonell die Literatur im Mittelpunkt.
„Wir geben lokalen Literaten die Möglichkeit, einmal vorzutragen“, erklärt Eckhart Liss. Dass deren Vertreter sich hinter großer Literatur keineswegs zu verstecken brauchen, beweist an diesem Abend das Schreiber-Duo Karlfried Rose und Harald Peter Malz. Malz, 67, pensionierter Pädagoge und SPD-Ratsherr der Stadt Springe, habe die Liebe zum Schreiben gebracht.

Doch im Mittelpunkt dieser Lesung steht ein ganz im Stil des Genres der „social science fiction“ gehaltener Besuch in einer fiktiven Fabrik zur Erzeugung von Kunstfleisch. Präzise branchentypische Fachsprache, exakte Beobachtungen des Produktionsprozesses lassen anfangs den Zuhörern Text wie Fleisch auf der Zunge zergehen – ehe es ihnen dann als Horrorvision doch im Halse steckenbleibt. Geschickt macht Malz seinen Text mit einer gehörigen Portion wohldosierten, unterschwelligen Humors dennoch äußerst verdaulich. Was auch für die Anfangskapitel seines in Entstehung befindlichen Romans gilt, aus dem er im zweiten Teil des Abends vorträgt.

„Leben ist stets ein Suchen“, so die Aussage von Karlfried Rose. Auch er ist wie Malz Mitglied der sechs Literaten umfassenden Springer Gruppe „Wortart“. „2015 gegründet, treffen wir uns einmal im Monat“, informiert der ehemalige Berufsschullehrer.
Seit 1963 schreibe er Gedichte, erzählt der heute 75-Jährige. Manchmal im Stil von Eugen Roth, was auch bei der Lesung in Völksen durchschimmert. Ungleich stärker und mitreißender aber ist sein Text „Im Dunkel“ oder, noch intensiver, die Kurzgeschichte „Die Büchse der Pandora“, in der ein reicher Lebemann nach einem ausschweifenden Leben, in dem er immer vor sich selber weggelaufen ist, von Krankheit gezeichnet zu sich und seinem Ende findet. Rose gelingt ein Text irgendwo zwischen Abenteuerroman und Psychogramm mit fast surrealen Untertönen.

Fazit: zwei Stücke starke Literatur. Ob da die lyrischen Versuche notwendig waren, darf kritisch diskutiert werden. Allein die Prosatexte waren einen Besuch der Jahresauftakt-Lesung wert. Die Zuhörer dürfen auf weitere Geschichten der beiden Wortart-Schreiber aus dem Springer Stadtgebiet gespannt sein.

[Text + Fotos: Christoph Huppert, Neue Deister Zeitung 08.02.2018 Seite 10]

 Der winterliche Hermannshof

26.01.2018

Gabriele Rose: Leben und lyrisches Werk von Eduard Mörike

Die erste Lesung im dreizehnten Jahr der Veranstaltungsreihe „Literatur im Bahnhof“ des Fördervereins Rudolf von Bennigsen hatte den deutschen Lyriker, Erzähler und Übersetzer Eduard Mörike zum Thema. Gabriele Rose von der Gruppe „Wortart – Springer Literaten & Co.“ berichtete über das Leben Mörikes und bezauberte die etwa dreißig Zuhörerinnen und Zuhörer mit der einfühlsamen Rezitation bekannter und auch weniger bekannter Gedichte des schwäbischen Dichters.

Die meisten Menschen verbinden mit dem Namen Mörike das Bild eines gemütlichen, etwas weltfremden und mü­den Biedermeiermenschen im Habit des evangelischen Pfarrers, eines Idyllenschreibers und Einsiedlers, der zurückgezogen und etwas unbeholfen in seiner weltabgeschiedenen Pfarre getreulich, mitun­ter ein bisschen nachlässig seinen Dienst versah. Kaum mag man glauben, dass Mörike ein ver­heirateter Mann war, Vater zweier Töchter, denn Zeugungskraft passt nicht zum Bild des ein Leben lang von allerlei Krankheiten und Kränkeleien geplagten Mörike.
Gabriele Rose zeigte den Menschen hinter dieser Fassade mit all seinen Brüchen, Ängsten, Selbstzweifeln und charakterlichen Eigenarten und Mängeln, aber auch einen Menschen, dessen einziger Lebenswunsch und dessen Bestimmung es war, das Leben eines Dichters ohne die Fesseln eines einengenden Broterwerbs zu leben. Aber wahrscheinlich waren es gerade diese Unzulänglichkeiten und Konflikte, die ihn einerseits gesundheitlich belasteten, andererseits ihn auch zum Schreiben drängten.
                   

Wieder einmal wurde es ein Abend, der vielen neue Kenntnisse und Eindrücke vermittelte, andererseits aber auch im gelösten Miteinander von Referentin und Zuhörenden und Fragenden seinen besonderen Reiz entfalten konnte. Ein Glas trockenen Weißweins, wie immer von Hartmut und Elvira Rieck kredenzt, trug zum Gelingen des Abends bei.

Herzlicher Beifall aller Anwesenden dankte Gabriele Rose am Schluss ihres Vortrages, ein kleines Dankeschön in Form eines „Schäumers“ gehörte auch dazu.

[Foto: Elvira Rieck; Text: Karlfried Rose]