Du kennst weder Tag noch Stunde


Du kennst weder Tag noch Stunde,

beide sind dir unbekannt,

ob du heute oder morgen

bei dem Namen wirst genannt,

weißt nicht, wann die letzte Runde

eingeläutet wird,

wann sich alles um dich her

dann im Nichts verliert.

Alles kann im Wimpernschlag

unerbittlich enden,

auch wenn sich zum Bleiben

manche Gründe fänden.

Alles das wird ausgelöscht

in dem Augenblick,

kehrt nie mehr in die Gedanken

und ins Sein zurück.

Vielleicht musst du dich bewusst

dem Geschehen stellen,

musst dich lange schon davor

mit dem Wissen quälen,

dass nun deine Tage enden

früher, als dir lieb.

Und du siehst um dich herum,

suchst, was dir verblieb,

was von deinen bunten Träumen,

was vom Wünschen, Hoffen.

Manche Rechnung deines Lebens

findest du noch offen.

Doch du weißt nicht, wann es sein wird,

weißt nicht, wie und wo,

aber auch für dich heißt’s einmal:

 „Jetzt ist Ultimo!“

Darum lebe jede Stunde,

als käm keine mehr,

freue dich, dass du noch atmest,

fällt es auch mal schwer.

mach die Augen ganz weit auf,

schau, was da geschieht,

freue dich über die Blume,

die für dich auch  blüht.

 

20.11.2004